Gesund im Donaufeld

Das Donaufeld soll ein gesundheitsförderliches Wohnumfeld bieten. Unterschiedlich große vernetzte Freiräume für differenzierte Nutzungen, wie Spiel, Sport, Aufenthalt, Fortbewegung und Betrachtung tragen dazu bei. Ein attraktiv gestaltetes Freizeitwegenetz verbindet die verschiedenen Bereiche. Auch temporäre Aneignungsflächen für Aktionen unterschiedlicher Art sind vorgesehen.

Welche Freizeit- und Sporteinrichtungen braucht es im Donaufeld? Welche Initiativen könnte es zur Gesundheitsförderung geben? Wie kann Bewegung unterstützt und das allgemeine Wohlbefinden um Wohnumfeld gesteigert werden?

Ein optimal beradelbarer Stadtteil

Das Donaufeld ist als „fahrradfreundlicher“ Stadtteil konzipiert: Geringer Autoverkehr, RadfahrerInnen als gleichberechtigte VerkehrsteilnehmerInnen und sichere und vor Witterung geschützte Abstellanlagen für Fahrräder in unmittelbarer Nähe zur Wohnung, beim Arbeitsplatz, beim Nahversorger und bei den Mobility Points. Ein Orientierungssystem für Radfahrende ergänzt die Ausstattung des „fahrradfreundlichen“ Stadtteils.

Welche Voraussetzungen muss ein optimal beradelbarer Stadtteil Ihrer Meinung nach bieten?
Wie kann das konfliktfreie Nebeneinander aller VerkehrsteilnehmerInnen funktionieren?
Welche Qualitätskriterien sind bei den künftigen Wohn- und Geschäftsbauten unbedingt zu berücksichtigen?

Eine kurze Zusammenfassung ihrer Antworten:
Ganz wichtig ist den Antwortenden, dass neben einer guten Radinfrastruktur auch genügend Abstellplätze für Räder in den Wohngebäuden mit barrierefreien Zu- und Wegfahrmöglichkeiten und auch Abstellmöglichkeiten für Räder von BesucherInnen geplant werden. Darüber hinaus braucht es gute Verbindungswege zu den Verkehrsknotenpunkten und vor allem mehr und sichere Abstellanlagen in Floridsdorf und Kagran. Außerdem ist auf eine ausreichende Breite der Radwege zu achten. Konkret wurde ein Radweg entlang der Donaufelderstraße angeregt sowie ein öffentlich zugänglicher Übungsparcours für Radfahrende (z.B. mit Verkehrszeichen/Ampeln für Kinder oder Hindernisparcours für Jugendliche).

Grünzug Donaufeld

Etwa ein Viertel der Gesamtfläche im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld steht künftig als öffentlicher Grün- und Freiraum zur Verfügung – dafür gibt es ein politisches Bekenntnis. Der Nord-Süd-Grünzug bildet das zentrale Rückgrat im Donaufeld und ist Teil des übergeordneten Grünzugs Rendezvousberg/Alte Donau.

Der Grünzug dient als Spiel- und Aufenthaltsraum, der Erholung, ermöglicht sportliche Betätigung und ist nicht zuletzt auch Korridor für Pflanzen und Tiere. Er durchlüftet das Gebiet an heißen Tagen und zeichnet das Donaufeld als lebenswerten und zukunftsfähigen Stadtteil aus. Breiten bis zu 300m, machen die Weite des Donaufelds auch künftig erlebbar und bieten zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. So sind etwa Selbsterntefelder, Spiel- und Lagerwiesen sowie temporäre Aneignungsflächen (G`stettn in der Stadt) denkbar.

Welche Qualitäten soll der Grünzug Ihrer Meinung haben? Welche Möglichkeiten soll er bieten?

Eine kurze Zusammenfassung ihrer Antworten:
Je größer der Grünzug, desto eher ist die Weite des Donaufelds auch in Zukunft erlebbar – da sind sich die Antwortenden einig. Um letztlich einen attraktiven Stadtteil zu schaffen, sollte die Ausgestaltung von Grünflächen, einer Wortmeldung nach, bereits vor Baubeginn als Kooperationsprojekt von LandschaftsplanerInnen, AnrainerInnen und zukünftigen BewohnerInnen erfolgen.

Zentral ist der ehest mögliche Erwerb der Flächen für den geplanten Grünzug. Ob der Erwerb der Flächen für einen durchgängigen Grünzug möglich sein wird, sehen die Befragten aber skeptisch. Für die Lebensqualität im künftigen Stadtteil (Erholen, Radeln, Spazieren, Picknicken, für Gemeinschaftsgärten oder einfach nur ein kl. Stückchen wilde Natur) ist der Grünzug aber entscheidend ebenso wie zur Kühlung und Durchlüftung an besonders heißen Tagen (die sich aufgrund des Klimawandels mehren). Der Bau des Donaufeldbachs im Grünzug wird darüber hinaus gewünscht.

Unser Feedback zur Diskussion:
Vielen Dank für Ihre Beiträge. Es gibt ein klares politisches Bekenntnis dazu, dass der Grünzug kommt und er wird im Flächenwidmungsplan festgelegt. Derzeit werden alle Möglichkeiten geprüft und auch genutzt, damit die entsprechenden Flächen öffentlich zugänglich und nutzbar werden.

Bauen und Wohnen im Donaufeld

Das Donaufeld bietet Raum für Chancenvielfalt, für innovative Ideen und für deren Umsetzung – Raum für Menschen und deren vielfältige Bedürfnisse. Dazu zählen z.B. experimentelle Bauweisen, Baugruppen, Wohnprojekte für Bevölkerungsgruppen mit besonderen Ansprüchen, Bauprojekte zum Wohnen und Arbeiten, freie Grundrisstypologien auf unterschiedlichen Parzellengrößen, nutzungsoffene Erdgeschoßstrukturen und vieles andere mehr.

Welche Bedürfnisse der Menschen müssen beim Wohnbau im Donaufeld
berücksichtigt werden?

Welche Wohnungen und Wohnformen sind zukunftsfähig?
Wie kann Wohnen leistbar bleiben?

Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Antworten:
Die Bebauung im Donaufeld sollte nach Meinung der Befragten kleinteilig und vielfältig sein: unterschiedliche Höhen der Gebäude, Abwechslung zwischen Flachdächern und Gaupen, Abwechslung hinsichtlich der Farbgestaltung etc. Auch die Bepflanzung von Gebäuden und Dächern wurde angeregt.

Eine hohe Gebäudequalität (niedriger Energieverbrauch, gute Raumluftqualität, ökologische Baustoffe, …) und der Einsatz erneuerbarer Energien, sind darüber hinaus zentrale Faktoren für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Stadtteils.

Wichtig ist, beim Bau der Wohnhäuser darauf zu achten, Flächen für Erholung, Sport und den Aufenthalt im unmittelbaren Umfeld mitzuplanen und Gemeinschaftsinfrastruktur zu errichten, die ohne große Hürden und Konsumationszwang benützt werden können.

Nicht zuletzt sollen auch Baugruppen frühzeitig in den Prozess eingebunden werden, damit diese geeignete Flächen für ihr Projekt erwerben können.

Unser Feedback zur Diskussion:
Vielen Dank für Ihre sehr konstruktiven Beiträge. Auch das Leitbild sieht vor, dass bei der Planung auf ökologische Faktoren wie auf einen funktionierenden Sozialraum und eine ökonomische und zukunftsfähige Mobilität geachtet wird. Bauen und Wohnen soll von der Planung bis zum alltäglichen Gebrauch material- und energiebewusst sein. Das Leitbild orientiert sich dabei an der 2000-Watt- Gesellschaft nach Züricher Vorbild.

Eines der wichtigsten Ziele des Partizipationsprozesses ist es darüber hinaus im Donaufeld sicherzustellen, dass der Stadtteil von den künftigen NutzerInnen mitentwickelt werden kann. So sollen etwa auch Baufelder für Baugruppen bereitgestellt werden.

Zu Fuß durchs Donaufeld

Im Donaufeld sollen sich die Menschen ihren unmittelbaren Stadtraum aneignen können, dazu gehören auch die Straßenräume. Die Konzeption des Donaufelds als autoreduzierter Stadtteil mit einer Bevorrangung des Umweltverbundes sowie ein engmaschiges, barrierefreies Fußwegenetz mit einer durchschnittlichen Maschenweite von 60 bis 80 Metern bilden die Grundlage dafür. Das Wegenetz hat zum Ziel mit seiner hohen Aufenthaltsqualität zum Gehen und Verweilen einzuladen.

Welche Qualitäten sollte der öffentliche Raum Ihrer Meinung nach haben, damit er sich optimal für FußgängerInnen eignet?

Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Antworten
Das Donaufeld ist nach Ansicht der Befragten attraktiv für FußgängerInnen, wenn es einerseits ein Stadtteil der kurzen Wege wird, d.h. wenn sich Lebensmittelgeschäfte, öffentliche Verkehrsmittel, Mobility Points etc. in fußläufiger Entfernung befinden und andererseits wenn die Wege attraktiv gestaltet sind (unterschiedliche Beläge, kurvige Wege etc.). Wichtig sind darüber hinaus „Highlights“ und Möblierungen in regelmäßigen Abständen, die den Aufenthalt im Freiraum interessant machen, wie Plätze, Arkaden, Brunnen, (überdachte) Sitzgelegenheiten, Spielplätze, Skaterplätze, kleine Parks, Hundezonen, kleine Teiche, Blumengärten, Bäume, Kunst etc.

Ein Stadtteil der kurzen Wege setzt voraus, dass sich Cafés, Friseure, Fachgeschäfte, kulturelle Einrichtungen etc. hier gerne ansiedeln, wozu etwa die Preisgestaltung bei Mieten für kleine Betriebe beitragen kann oder auch ein aktives Mobilitätsmanagement unterstützen könnte.

Unser Feedback zur Diskussion
Vielen Dank für Ihre sehr konstruktiven Beiträge, die auch die Inhalte des Leitbilds in vielen Facetten abbilden.
In einem ersten Schritt wird es wichtig sein, die prinzipiellen Rahmenbedingungen für ein attraktives Zufußgehen im Flächenwidmungs- und Bebauungsplan abzusichern, wie z.B. ein engmaschiges Fußwegenetz, attraktive Erdgeschoßzonen und ausreichend Raum für FußgängerInnen.
In der Folge muss ein besonderes Augenmerk auf die Ausgestaltung des Fußwegenetzes gerichtet werden (Bänke, Grünelemente etc.).
Wir werden Ihre Anliegen an die betroffenen Stellen weiterleiten.

 

Das Donaufeld als autoreduzierter Stadtteil

Das Donaufeld ist als autoreduzierter Stadtteil geplant. Ein sehr gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und moderne Mobilitätskonzepte sollen das Verkehrsaufkommen auch außerhalb des neuen Stadtteils möglichst gering halten. Das Leitbild zum Donaufeld sieht auch vor, das Verkehrsaufkommen über ein entsprechendes Stellplatzangebot zu steuern. Das Parken im StraßenRAUM soll nicht möglich sein – ausgenommen für Zustell- und Abholservice oder für Gehbehinderte. Die Straßenräume im Donaufeld werden so gestaltet, dass sie sich optimal zum Radfahren und Zufußgehen eignen.

Welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig, damit das Donaufeld ein autoreduzierter Stadtteil werden kann? Teilen Sie uns Ihre Vorschläge und Ideen mit.

Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Antworten:

Der Großteil der Antwortenden ist der Ansicht, dass im Donaufeld ein autoreduzierter Stadtteil entstehen soll. Vor allem die hohe Aufenthaltsqualität in einem Stadtteil ohne Abgas-, Feinstaub- und Lärmbelastung durch den Autoverkehr wurde häufig hervorgehoben. Darüber hinaus sind das gefahrlose (in Bezug auf den Autoverkehr) Spielen von Kindern sowie generell die Möglichkeit zum Verweilen und zum Spazieren zentrale Argumente für einen autoreduzierten Stadtteil.

Viele erachten Sammelgaragen sowie ein optimales Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln als Voraussetzung für das Funktionieren eines solchen Stadtteils gleichermaßen wie ein dichtes und attraktives Fuß- und Radwegenetz und eine gute Nahversorgung. Als Bedingung zur Intensivierung des Radverkehrs werden von einigen diebstahlsichere Stellplätze für Fahrräder gewünscht. Diskutiert wurden darüber hinaus Haltezonen für BesucherInnen sowie Lösungen für den Transport von Auto bzw. Öffis zur Wohnung sowie Car-Sharing-Modelle.

Herausforderungen werden vor allem in der Regelung der schon jetzt zu Stoßzeiten überlasteten Kreuzung Dückegasse – Donaufelderstraße gesehen. Die Schaffung zusätzlicher Parkplätze außerhalb des Gebiets sollte nach Ansicht Einiger überlegt werden.

Stark gewünscht wird ein autofreier, attraktiver, öffentlicher Freiraum an der Oberen Alten Donau, der Platz für einen breiten Radfahrstreifen, die Ansiedlung von Gastronomiebetrieben, etc. bietet. Wichtig ist die frühe Information und Kommunikation des Stadtteils als autoreduzierten Stadtteil, sodass künftige BewohnerInnen ihre neue Wohnung auch nach diesem Gesichtspunkt wählen können.

Unser Feedback zur Diskussion

Vorab erst einmal vielen Dank für Ihre konstruktiven Beiträge und respektvolle Diskussion.
Die von Ihnen eingebrachten Anregungen werden den Planungsverantwortlichen und EntscheidungsträgerInnen zur Kenntnis gebracht und in die weiterführenden Planungen einfließen. Wir informieren Sie im Verlauf des Beteiligungsprozesses darüber, wie Ihre Anregungen berücksichtigt werden konnten.

Die hier geposteten Beiträge unterstützen über weite Strecken das vorhandene Leitbild zum Donaufeld. Mit den Ziel der Schaffung eines autoreduzierten Stadtteils sollen zusätzliche Verkehrsbelastungen im Gebiet und in den angrenzenden Bereichen möglichst gering gehalten bzw. vermieden werden. Die im Leitbild angeführten Maßnahmen, wie ein attraktives Angebot an Öffentlichen Verkehrsmitteln (neue Straßenbahn- und Buslinien), ein dichtes und attraktives Fußwegenetz sowie günstige Voraussetzungen zum Radfahren, sollen die Notwendigkeit, das Auto benutzen zu müssen, möglichst gering halten. Zusätzlich soll die Chancengleichheit zwischen dem privaten PKW und den anderen Verkehrsarten hergestellt werden. Daher sieht das Leitbild vor, das Parkieren von Autos möglichst in Sammelgaragen zu konzentrieren. Dadurch ergeben sich auch klare Vorteile für die BewohnerInnen: die Straßenräume werden nicht von parkenden Autos blockiert und der Autoverkehr – und somit die Lärm- und Schadstoffbelastungen im Gebiet werden möglichst gering gehalten. Der Straßenraum wird zum attraktiven und sicheren Raum zum Zufußgehen, sich Aufhalten und Flanieren. Dies unterstützt zudem die Geschäfte im Stadtviertel – anstatt zum entfernten Supermarkt zu fahren, ist es attraktiver zu Fuß oder mit dem Fahrrad das nächstgelegene Geschäft zu besuchen.

Prinzipiell wird die Zufahrt mit dem Auto zu den Wohnhäusern aber möglich sein. Der Transport von schweren Gütern nachhause ist gesichert. Dafür stehen entsprechende Halteplätze für Ladetätigkeit aber auch für Personen mit Mobilitätseinschränkungen zur Verfügung.

In den nächsten Monaten wird ein Verkehrsplanungsbüro das Verkehrskonzept für den Stadtteil weitertiefen und auch die von Ihnen angesprochenen Problemstellen genauer beleuchten. Wir werden Sie über die Planungen informieren und sicherstellen, dass Sie sich dazu einzubringen können.