10 Fragen und Antworten

10 Fragen und Antworten zum neuen Stadtteil Donaufeld

1_Was ist Stand der Planung?

Im Leitbild „Stadtklima Donaufeld“ wurden von FachexpertInnen Qualitätsstandards für die städtebauliche Entwicklung definiert, wie etwa die Entwicklung des Donaufeldes als umwelt- und klimaverträglicher Stadtteil, die Erhaltung und Entwicklung großzügiger öffentlicher Räume etc. (siehe http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/zielgebiete/donaufeld/leitbild.html). Zu diesem Leitbild gibt es ein politisches Bekenntnis. Im laufenden Prozess werden diese mit den betroffenen Akteursgruppen abgestimmt und feinjustiert (AnrainerInnen, künftige BewohnerInnen, GrundeigentümerInnen, Investoren, Bauträger etc.). Im Rahmen einer ersten Impulsveranstaltung wurde das Leitbild vorgestellt und mit interessierten BürgerInnen diskutiert. Auf dieser Basis wird ein Rahmenplan erarbeitet.

Begleitet wird der Planungsprozess von einem Bürgerbeteiligungsprozess. Dieser verfolgt das Ziel, die im Leitbild definierten Qualitäten mit Leben zu füllen und erste Schritte zur Verwirklichung der im Leitbild genannten Ziele gemeinsam mit der Bevölkerung zu setzen.

2_Wie kann ich mich einbringen?

Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens gibt es vielfältige Möglichkeiten sich einzubringen:
In der Infobox (Ecke Dückegasse/An der Schanze, 1210 Wien) können Sie sich über aktuelle Entwicklungen im Donaufeld informieren und Anregungen und Vorschläge einbringen. Jeden Mittwoch steht Ihnen vor Ort von 17:00 – 19:00 eine Ansprechperson zur Verfügung, die Sie informiert und ihre Wünsche und Vorschläge sammelt.

In Impulsveranstaltungen wird über wichtige Meilensteinen im Prozess informiert und Rückmeldungen aus der Bevölkerung eingeholt.

Der Runde Tisch Donaufeld ist eine Diskussionsreihe für den direkten Dialog zwischen der interessierten Bevölkerung und EntscheidungsträgerInnen.

Im Rahmen von Aktionen sollen gemeinsam mit der Bevölkerung bereits erste Umsetzungsschritte gesetzt werden, um künftige Qualitäten des Stadtteils schon im Vorfeld sichtbar zu machen. Vorgesehen ist dabei beispielsweise die Schaffung von Wegeverbindungen,  naturnahen Erlebnisräumen oder Gemeinschaftsgärten.

Zur Vortrags- und Diskussionsreihe „Feldvorlesungen“ werden ExpertInnen zu unterschiedlichen für den künftigen Stadtteil wichtigen Themen eingeladen, um diese mit BürgerInnen und Bürgern zu diskutieren.

Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Aktivitäten, wie beispielsweise thematische Spaziergänge oder Werkstätten mit Jugendlichen.

Den Begegnungsort Donaufeld (Ecke Dückegasse/An der Schanze) können Sie auch gerne nach Absprache mit uns als Bühne für das Donaufeld betreffende Ideen nutzen und Ihre eigene Veranstaltung organisieren.

Auf unserem Blog gibt es alle Informationen und Termine zum Beteiligungsprozess und auch die Möglichkeiten Ideen und Anregungen einzubringen. Also sehen Sie regelmäßig auf www.unserdonaufeld.at nach und informieren Sie sich zu aktuellen Beteiligungsmöglichkeiten und mischen Sie sich ein!

3_Wann wird begonnen zu bauen?

Derzeit wird ein sogenannter Städtebaulicher Rahmenplan für die erste Phase in der Dückegasse erarbeitet. Hier werden die Qualitäten des Leitbildes vertieft sowie die städtebaulichen Entwicklungsziele und die Gestaltung weiter konkretisiert. Dieses Konzept bildet die Grundlage für den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan. Ist der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan fertig wird dieser öffentlich aufgelegt und Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit ihre Stellungnahmen einzubringen, ehe dieser dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

Wurde der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan beschlossen, werden die Bauträgerverfahren ausgeschrieben. Bauträger und ArchitektInnen entwickeln dabei gemeinsam Realisierungskonzepte für die ausgelobten Bauplätze. Eine interdisziplinäre Fachjury ermittelt die Siegerprojekte. Die GewinnerInnen erwerben die Bauplätze mit der Verpflichtung, die jurierten Projekte zu realisieren. Wenn ein Bauträger den Wettbewerb gewinnt, kann er mit dem Bauen beginnen. Das wird wahrscheinlich nicht vor 2017 so weit sein.

Alle weiteren Entwicklungsphasen des Donaufelds sind von Rahmenbedingungen, wie der Errichtung des Schulcampus und der neuen Straßenbahnlinie abhängig. Beide Infrastrukturprojekte sind Grundvoraussetzungen für eine weitere bauliche Entwicklung des Donaufelds.

4_Wird alles verbaut?

Der öffentliche Freiraum im Gebiet wird mind. 14 ha betragen (d.h. rund ein Viertel des gesamten Donaufelds bleibt unbebaut). Einen wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Freiraums bildet der Grünzug, der sich von der Alten Donau bis in den Norden des Gebiets, als Teil des übergeordneten Grünzugs Marchfeldkanal – Alte Donau erstreckt. Der öffentliche Grünraum wird einzelne intensiv gestaltete Bereiche vor allem aber natürliche Lebensräume aufweisen. Der Leitidee des „Landes in der Stadt“ folgend sollen Selbsternteflächen und Gemeinschaftsgärten ermöglicht werden. Dazu kommen die „halböffentlichen“ Grünflächen in den Wohnquartieren, die im direkten Bezug zum öffentlichen Freiraum stehen. Die bestehenden Sportplätze wurden bei der Entwicklung des Grünkonzepts des Leitbildes besonders berücksichtigt und bleiben erhalten.

5_Werden mit den Gärtnereien die Anbauflächen für frisches, heimisches Gemüse verschwinden?

Wann und wie schnell die Gärtnereien absiedeln bzw. ob es Betriebsübernahmen gibt, liegt in erster Linie an den BetriebseigentümerInnen. Ein großer Anteil der landwirtschaftlichen Flächen wird zu Stadtraum umgewandelt, zu Raum für Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Straßen und Wege. Dies ist allerdings ein langfristiger Prozess, während dessen immer die Möglichkeit der Zwischennutzungen offen bleibt.

Gärtnereiflächen sollen aber laut Leitbild auch künftig Teil des Donaufeldes sein und zur spezifischen Atmosphäre des zukünftigen Stadtteils beitragen.

Grünflächen, die im Rahmen des Leitbildes erhalten bleiben, werden für die AnwohnerInnen und neuen BewohnerInnen besser nutzbar sein als dies jetzt der Fall ist. Das Donaufeld soll von einer parkartige Landschaft mit Fußwegen und Selbsterntefeldern, wo die BewohnerInnen Gemüse – mit oder ohne professionelle Unterstützung der noch ansässigen Gärtnereien – selber anbauen, durchzogen sein.

6_Wo können wir in Zukunft noch im Donaufeld spazieren gehen?

Die Vernetzung der Grünflächen ist ein zentraler Bestandteil des Leitbildes. Der große Grünzug im Donaufeld ist bis zu 300 Meter breit. Außerdem wird es zahlreiche, wohnungsnahe kleinere Freiflächen geben. Alle Grünflächen werden miteinander über Fußwege verbunden werden, sodass sich sehr viele neue Spazierwege ergeben, die momentan im Donaufeld noch gar nicht beschritten werden können. Manche dieser Wege sollen bereits im Rahmen des Beteiligungsprozesses kurzfristig umgesetzt werden.

7_Verkraftet die Obere Alten Donau so viele neue BesucherInnen?

An der Oberen Alten Donau soll eine möglichst breite, autofreie Promenade entstehen. Diese stärkt die Naherholungsqualitäten und verbessert die Nutzungsmöglichkeiten für alle BewohnerInnen. Eine repräsentative Gestaltung schafft den passenden Freiraum hierzu. Das Leitbild sieht außerdem eine Rad- und Fußgängerbrücke in Richtung Donaupark und Donauinsel vor. Bei Realisierung muss die Brücke für Segelboote jedenfalls durchfahrbar sein, die Obere Alte Donau wird auch künftig im gegenwärtigen Umfang für SeglerInnen nutzbar bleiben.

8_Muss mit mehr Autoverkehr gerechnet werden?

Das Donaufeld selbst wurde bewusst als autoreduzierter, in bestimmten Bereichen als autofreier Stadtteil konzipiert, um möglichst wenig Autoverkehr zu erzeugen. Ein sehr gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, mit zusätzlicher Bus- und Straßenbahnlinien, sowie die Angebote an Car-Sharing, e-bikes, Fahrradabstellplätzen an den Mobility Points sollen das Verkehrsaufkommen auch außerhalb des neuen Stadtteils möglichst gering halten.. Zusätzlich werden optimale Bedingungen für FußgängerInnen und RadfahrerInnen den Anreiz für künftige BewohnerInnen bieten, auf das Auto zu verzichten.

Wieviel Quell- und Zielverkehr der neue Stadtteil im Detail erzeugen wird, wird in einer eigenen Studie geprüft. Darin sind die Auswirkungen für die Donaufelder Straße, neben der Dückegasse die Hauptader für den motorisierten Durchgangsverkehr zentrales Thema. Querungshilfen, Ampelregelungen etc. werden überprüft und bei Bedarf angepasst.

Erste Mobility Points werden schon in der ersten Bauphase verwirklicht, eine neue Buslinie soll gleichzeitig mit dem Bezug des neuen Stadtteils zur Verfügung stehen, um ein möglichst autoreduziertes Leben von Beginn an im Stadtteil zu ermöglichen. An den Mobility Points gibt es dann auch die Angebote zu Car-Sharing, Fahrradabstellplätze, e-bikes und die Haltestelle des Öffentlichen Verkehrs, die einen raschen Umstieg zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln ermöglichen und Verbindungen über den Stadtteil hinaus herstellen.

9_ Wie wird die Bebauung im neuen Stadtteil aussehen?

Im Donaufeld wird ein vielfältiger Stadtteil in einem attraktiven Umfeld entstehen. Begegnungszonen, belebte Erdgeschoßzonen, eines Schulcampus sowie kultureller Einrichtungen sind Teil des Konzepts. Um den vielfältigen Wohnformen und Lebensvorstellungen Raum zu geben, bietet das Leitbild einen baulichen Rahmen für unterschiedliche Wohnungstypologien. Im Schnitt sind Gebäude mit sechs Geschossen die Regel, in Richtung alte Donau werden die Gebäude niederer. Eine Beschränkung der zu entwickelbaren Wohnfläche ist ein gutes Planungsinstrument, die Bauflächenmaximierung zu unterbinden. Im Bereich des zentralen Ereignisbandes dürfen punktuell auch höhere Gebäude entstehen. Die Erdgeschosszone im neuen Stadtteil ist durchgängig höher (zwischen 3,00 und 4,50m), um andere Nutzungen als Wohnen in der Erdgeschossebene zu fördern. Im Leitbild sind auch höhere Geschosshöhen als die üblichen 2,50m angedacht, um eine Nutzungsvariabilität wie in den Gründerzeitvierteln zu ermöglichen.

10_ Wo bekomme ich eine Wohnung? Wo kann ich mich anmelden?

Nachdem das Bauträgerverfahren abgeschlossen ist, wird man sich bei den einzelnen Bauträgern für eine Wohnung vormerken können.

Bis es soweit ist, können Sie auch gerne uns Ihr Interesse an einer Wohnung mitteilen und wir leiten diese sobald die Möglichkeit besteht an den jeweiligen Bauträger weiter.