Zu Fuß durchs Donaufeld

Im Donaufeld sollen sich die Menschen ihren unmittelbaren Stadtraum aneignen können, dazu gehören auch die Straßenräume. Die Konzeption des Donaufelds als autoreduzierter Stadtteil mit einer Bevorrangung des Umweltverbundes sowie ein engmaschiges, barrierefreies Fußwegenetz mit einer durchschnittlichen Maschenweite von 60 bis 80 Metern bilden die Grundlage dafür. Das Wegenetz hat zum Ziel mit seiner hohen Aufenthaltsqualität zum Gehen und Verweilen einzuladen.

Welche Qualitäten sollte der öffentliche Raum Ihrer Meinung nach haben, damit er sich optimal für FußgängerInnen eignet?

Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Antworten
Das Donaufeld ist nach Ansicht der Befragten attraktiv für FußgängerInnen, wenn es einerseits ein Stadtteil der kurzen Wege wird, d.h. wenn sich Lebensmittelgeschäfte, öffentliche Verkehrsmittel, Mobility Points etc. in fußläufiger Entfernung befinden und andererseits wenn die Wege attraktiv gestaltet sind (unterschiedliche Beläge, kurvige Wege etc.). Wichtig sind darüber hinaus „Highlights“ und Möblierungen in regelmäßigen Abständen, die den Aufenthalt im Freiraum interessant machen, wie Plätze, Arkaden, Brunnen, (überdachte) Sitzgelegenheiten, Spielplätze, Skaterplätze, kleine Parks, Hundezonen, kleine Teiche, Blumengärten, Bäume, Kunst etc.

Ein Stadtteil der kurzen Wege setzt voraus, dass sich Cafés, Friseure, Fachgeschäfte, kulturelle Einrichtungen etc. hier gerne ansiedeln, wozu etwa die Preisgestaltung bei Mieten für kleine Betriebe beitragen kann oder auch ein aktives Mobilitätsmanagement unterstützen könnte.

Unser Feedback zur Diskussion
Vielen Dank für Ihre sehr konstruktiven Beiträge, die auch die Inhalte des Leitbilds in vielen Facetten abbilden.
In einem ersten Schritt wird es wichtig sein, die prinzipiellen Rahmenbedingungen für ein attraktives Zufußgehen im Flächenwidmungs- und Bebauungsplan abzusichern, wie z.B. ein engmaschiges Fußwegenetz, attraktive Erdgeschoßzonen und ausreichend Raum für FußgängerInnen.
In der Folge muss ein besonderes Augenmerk auf die Ausgestaltung des Fußwegenetzes gerichtet werden (Bänke, Grünelemente etc.).
Wir werden Ihre Anliegen an die betroffenen Stellen weiterleiten.

 

5 Gedanken zu „Zu Fuß durchs Donaufeld

  1. elisabeth

    Wenn man das Gegenteil der Tokiostraße umsetzt, kann man eigentlich nur Erfolg haben. Sprich:
    – keine langen durchgehenden Häuserfronten
    – leistbare Mieten für kleine Betriebe (Friseur, Cafes, Fachgeschäfte)
    – kein Wettpunkt & Co Filialen
    – Bemühung um kleine, ansprechende Gastgärten von Gastronomiebetrieben
    – Bäume, Grünstreifen als Distanz zur Straße oder Gleisen
    – begrünte Bereiche (bitte nicht die Bäume bis zum Stamm einbetonieren)
    – offene Zonen (zB. Wohnbauten, die einen „offenen“ Hof haben)
    – Piazzas, Arkaden, Brunnen, Sitzbänke
    – Fahrradwege deutlich getrennt von Wegen für Fußgänger

  2. wolfgang

    Ich wünsche mir ähnlich wie elisabeth einen FußgängerInnenbereich, der nicht nur dem Weg von A nach B ermöglicht, sondern auch zum Verweilen einlädt, zum Spazieren, Schlendern, Stehenbleiben, Staunen:

    Die obige Liste von elisabeth ergänzt um:
    – Spielplätze
    – Skaterplätze
    – Kleine Parks
    – Hundezonen
    – Kleine Marktstände
    – Überdachte (Sitz-)Bereiche bei Sonne/Regen
    – Verschiedene (Boden-)Materialien: Steine, Holz verschiedene Farben
    – Kleine Teiche
    – Brücken
    – Blumengärten

  3. judse

    Für mich auch ähnlich wie oben. Ich würde zusätzlich zur Natur, Grün, Bäume auch evtl. Kunst dazu, zB eine out-door Gallerie (Photographie, Skulpturen…). Auch die Nachbarn/Bewohner einladen, ihre Garten mit Blumen / Grün zu bepflanzen.
    Dinge, die zusammen mit den Punkten von Elisabeth oder Wolfgang, zum Spazieren und zeit draußen zu verbringen einladen.

    Ich war in NY von The High Line in New York (http://www.thehighline.org/visit) sehr überrascht. Es ist wirklich eine grün-oase mitten in der Stadt, es ist aber nicht nur grün, man will einfach dort gehen, stehen bleiben, beobachten, es ist immer was los, es gibt kleine Märkte (Bio), nette Cafés…

    Evtl. wenn es von Lärm her geht und nur für bestimmte Termine, eine kleine Bühne/Fläche in einer Piazza für (ruhige, acoustic) Musik-Konzerte vorsehen. Es hat indirekt mit Spazieren zu tun selbst, eher mit Gemeinschaft – und einfach die Leute bewegen, raus zu gehen.

  4. Evelyn Weber

    Es wurden wunderbare Ideen zum Thema „Zu-Fuß-Gehen“ geäußert! Da kann ich mich nur anschließen. Ich möchte zusätzlich nochmals darauf hinweisen, dass auf die Beschaffenheit der Wege viel Augenmerk gelegt werden soll. Gibt es in einem Gebiet nur asphaltierte Wege, so ist das weder für die Füße, Wirbelsäule etc. angenehm, noch ein optischer Genuss. Unterschiedliche Beläge sind optimal. Sehr lange gerade Wege, Tokiostraße wurde von Elisabeth bereits erwähnt, sind fad. Einige Wege können durchaus Krümmungen aufweisen. So machen die gebogenen Gässchen im ersten Bezirk von Wien diesen Stadtteil so reizvoll. Daneben sollten aber auch kurze Wege zu ÖVM, Mobility-Points und Nahversorgern etc. vorhanden sein, damit man am Weg vom Arbeitsplatz zur Wohnung die Alltagserledigungen gerne zu Fuß absolviert. Den von Wolfgang bereits erwähnten Hinweis auf Möglichkeiten zum „Unterstellen“ als Schutz vor plötzlichem Unwetter möchte ich nochmals wegen seiner Wichtigkeit erwähnen.

  5. Heinz Berger

    Eine Stadt der kurzen Wege braucht einerseits eine attraktive Gestaltung der öffentlichen Räume (Straßen, Plätze, Grünräume und Erholungsgebiete), aber andererseits auch eine funktionierende Infrastruktur. Wenn die Menschen, die hier wohnen werden, ihre Häuser durch die Tiefgarage betreten würden und dann mit dem Lift in ihre Wohungen fahren, tauchen Sie gar nicht in der Oberfläche auf, und tragen dann auch nichts zur Belebung des öffentlichen Raums bei. Gerade auch deshalb ist das vorliegende Konzept der Mobility Points ein sehr guter Ansatz!
    Eine weitere wichtige Komponente wäre auch ein aktives Mobilitätsmanagement wie z.B. für die Bombardier-Siedlung (siehe http://donaufeld.buergerprotest.at/alt/archiv/Mobilitaetsmanagement.html).

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