Das Donaufeld als autoreduzierter Stadtteil

Das Donaufeld ist als autoreduzierter Stadtteil geplant. Ein sehr gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und moderne Mobilitätskonzepte sollen das Verkehrsaufkommen auch außerhalb des neuen Stadtteils möglichst gering halten. Das Leitbild zum Donaufeld sieht auch vor, das Verkehrsaufkommen über ein entsprechendes Stellplatzangebot zu steuern. Das Parken im StraßenRAUM soll nicht möglich sein – ausgenommen für Zustell- und Abholservice oder für Gehbehinderte. Die Straßenräume im Donaufeld werden so gestaltet, dass sie sich optimal zum Radfahren und Zufußgehen eignen.

Welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig, damit das Donaufeld ein autoreduzierter Stadtteil werden kann? Teilen Sie uns Ihre Vorschläge und Ideen mit.

Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Antworten:

Der Großteil der Antwortenden ist der Ansicht, dass im Donaufeld ein autoreduzierter Stadtteil entstehen soll. Vor allem die hohe Aufenthaltsqualität in einem Stadtteil ohne Abgas-, Feinstaub- und Lärmbelastung durch den Autoverkehr wurde häufig hervorgehoben. Darüber hinaus sind das gefahrlose (in Bezug auf den Autoverkehr) Spielen von Kindern sowie generell die Möglichkeit zum Verweilen und zum Spazieren zentrale Argumente für einen autoreduzierten Stadtteil.

Viele erachten Sammelgaragen sowie ein optimales Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln als Voraussetzung für das Funktionieren eines solchen Stadtteils gleichermaßen wie ein dichtes und attraktives Fuß- und Radwegenetz und eine gute Nahversorgung. Als Bedingung zur Intensivierung des Radverkehrs werden von einigen diebstahlsichere Stellplätze für Fahrräder gewünscht. Diskutiert wurden darüber hinaus Haltezonen für BesucherInnen sowie Lösungen für den Transport von Auto bzw. Öffis zur Wohnung sowie Car-Sharing-Modelle.

Herausforderungen werden vor allem in der Regelung der schon jetzt zu Stoßzeiten überlasteten Kreuzung Dückegasse – Donaufelderstraße gesehen. Die Schaffung zusätzlicher Parkplätze außerhalb des Gebiets sollte nach Ansicht Einiger überlegt werden.

Stark gewünscht wird ein autofreier, attraktiver, öffentlicher Freiraum an der Oberen Alten Donau, der Platz für einen breiten Radfahrstreifen, die Ansiedlung von Gastronomiebetrieben, etc. bietet. Wichtig ist die frühe Information und Kommunikation des Stadtteils als autoreduzierten Stadtteil, sodass künftige BewohnerInnen ihre neue Wohnung auch nach diesem Gesichtspunkt wählen können.

Unser Feedback zur Diskussion

Vorab erst einmal vielen Dank für Ihre konstruktiven Beiträge und respektvolle Diskussion.
Die von Ihnen eingebrachten Anregungen werden den Planungsverantwortlichen und EntscheidungsträgerInnen zur Kenntnis gebracht und in die weiterführenden Planungen einfließen. Wir informieren Sie im Verlauf des Beteiligungsprozesses darüber, wie Ihre Anregungen berücksichtigt werden konnten.

Die hier geposteten Beiträge unterstützen über weite Strecken das vorhandene Leitbild zum Donaufeld. Mit den Ziel der Schaffung eines autoreduzierten Stadtteils sollen zusätzliche Verkehrsbelastungen im Gebiet und in den angrenzenden Bereichen möglichst gering gehalten bzw. vermieden werden. Die im Leitbild angeführten Maßnahmen, wie ein attraktives Angebot an Öffentlichen Verkehrsmitteln (neue Straßenbahn- und Buslinien), ein dichtes und attraktives Fußwegenetz sowie günstige Voraussetzungen zum Radfahren, sollen die Notwendigkeit, das Auto benutzen zu müssen, möglichst gering halten. Zusätzlich soll die Chancengleichheit zwischen dem privaten PKW und den anderen Verkehrsarten hergestellt werden. Daher sieht das Leitbild vor, das Parkieren von Autos möglichst in Sammelgaragen zu konzentrieren. Dadurch ergeben sich auch klare Vorteile für die BewohnerInnen: die Straßenräume werden nicht von parkenden Autos blockiert und der Autoverkehr – und somit die Lärm- und Schadstoffbelastungen im Gebiet werden möglichst gering gehalten. Der Straßenraum wird zum attraktiven und sicheren Raum zum Zufußgehen, sich Aufhalten und Flanieren. Dies unterstützt zudem die Geschäfte im Stadtviertel – anstatt zum entfernten Supermarkt zu fahren, ist es attraktiver zu Fuß oder mit dem Fahrrad das nächstgelegene Geschäft zu besuchen.

Prinzipiell wird die Zufahrt mit dem Auto zu den Wohnhäusern aber möglich sein. Der Transport von schweren Gütern nachhause ist gesichert. Dafür stehen entsprechende Halteplätze für Ladetätigkeit aber auch für Personen mit Mobilitätseinschränkungen zur Verfügung.

In den nächsten Monaten wird ein Verkehrsplanungsbüro das Verkehrskonzept für den Stadtteil weitertiefen und auch die von Ihnen angesprochenen Problemstellen genauer beleuchten. Wir werden Sie über die Planungen informieren und sicherstellen, dass Sie sich dazu einzubringen können.

18 Gedanken zu „Das Donaufeld als autoreduzierter Stadtteil

  1. heinzberger

    Donaufeld stöhnt heute schon unter Verkehrsüberlastung und Stau. Um die zusätzliche Belastung durch weitere Autos aus Neu-Donaufeld möglichst gering zu halten, muss vor Allem bei den EntscheidungsträgerInnen und AnrainerInnen Überzeugungsarbeit für ein zukunftweisendes Mobilitätskonzept geleistet werden. Es sollte verstärkt darauf hingewiesen werden, dass die Entscheidung für einen autoreduzierten Stadtteil niemandem ein neues Mobilitätsverhalten aufzwingt, da die zukünftigen Bewohner ja freiwillig dorthin ziehen, und die Umgebung dadurch nicht belastet, sondern entlastet wird!
    Inhaltlich ist eine möglichst konkret nachfühlbaren Darstellung der Aufenthaltsqualität in einem lebendigen, autofreien öffentlichen Raum wünschenswert.
    LG, Heinz Berger

  2. Evelyn Weber

    Es gibt gar keine andere Möglichkeit als einen autoreduzierten Stadtteil zu bauen, wenn man nicht will, dass Donaufeld im Verkehrschaos erstickt. Staus und dadurch blockierte Straßenbahnen gehören ja bereits jetzt schon zum Alltag. Das sollte EntscheidungsträgerInnen und DonaufelderInnen klar gemacht werden. Sammelgaragen sowie ein optimales Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in gleicher Entfernung sind einmal Grundvoraussetzung, um die neuen Bewohner zu motivieren, nicht für jeden Weg ein Auto zu benützen. Angenehme Fuß- und Radwege, die dann weitgehend frei von Schadstoff- und Lärmbelastung sind und durch geschickte Begrünung bzw. abschnittsweise durch bauliche Maßnahmen Witterungsschutz bieten, sollten das Radfahren und das Zufußgehen attraktiv machen. Ausreichende Nahversorgung in dem neuen Stadtteil, könnte es möglich machen, dass der tägliche Einkauf mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden kann. Der öffentliche Raum in der geplanten Siedlung könnte zu dem werden, was er sein soll, eine Begegnungszone, die viele Möglichkeiten für die neuen Bewohner und auch für die bereits ansässige Bevölkerung bietet. Plätze und Wege für alle ohne Abgas- und Feinstaubbelastung sowie ohne Gefährdung für Kinder durch den MIV! Diejenigen, die das wünschen und eine Wohnung suchen, werden dann gerne in diesen neuen Stadtteil ziehen wollen und für diese Lebensqualität zumindest zeitweise problemlos auf ein Auto verzichten können.
    LG
    Evelyn Weber

  3. ManuelaW

    allerdings sollte nicht vergessen werden, die – schon jetzt – extrem überlasteten kreuzungen intelligent zu regeln. wenn man von der dückegasse kommend versucht die donaufelder straße zu überqueren kommt es aufgrund des ewigen vorrangs der straßenbahnen zu unglaublich langen rotphasen und daher rückstau. wenn man dann die glorreiche idee hat, auf der donaufelder straße noch ein parkhaus mit 300 stellplätzen zu bauen wird das die situation nur verschlimmern.

  4. helga

    ich würde mir wünschen, dass auch die alte siedlung von den parkenden autos befreit wird und so platz für bäume entsteht. und auch hier anstelle der vielen einbahnen sackgassen, ich glaube die einbahnen erhöhen das verkehrsaufkommen. eine extreme maßnahme wäre es, die straße an der oberen alten donau komplett zu sperrren für den durchzugsverkehr.

  5. elisabeth

    @helga: ich bin der Meinung dass die obere alte Donau generell zu einer Promenade werden sollte. der Gehweg an der Donau ist im Moment zu schmal und Radfahrer benutzen ihn gleichermaßen wie Fußgänger, was oft zu Problemen führt, vor allem im Sommer. Warum sollte man die Straße nicht zu einem großen Fahrradstreifen machen und auf dem restlichen Platz eine Art Promenade mit dem einen oder anderen Straßencafe/Kiosk werden lassen? (Zufahrt und „Begegnungszone“ mit dem Auto nur für Anrainer).
    Vor allem in Anbetracht dessen, dass hier bald bis zu 15.000 Leuten mehr wohnen muss an der oberen alten Donau sowieso eine Zone entstehen in der man sich noch erholen kann, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten.

    Ich verstehe und begrüße die Idee des verkehrsberuhigten Konzeptes absolut. Nur bitte realistisch bleiben und nicht in Ideologien verstricken, die in der Realität nicht umsetzbar sind.

    Beispielsweise ist der Verkehr (wie bei anderen Kommentaren bereits erwähnt) schon jetzt mühsam (Ampelschaltung). Hinter dem Kagraner Platz Richtung Stadlau ist die Spur für Autos so schmal, dass ein normales Auto mit Mühe Platz hat. Ein Bus oder LKW reicht bereits über die links und rechts angebrachten Fahrradstreifen hinaus (die aussehen, als würde man extra Punkte sammeln, wenn man sie einzeichnet, aber ernst gemeint sind die keinesfalls).
    Auch Parkplätze an der Straße gibt es bereits jetzt viel zu wenige (was einen befürchten lässt, dass durch weitere Parkplatznot die bestehenden Einfamilienhaus-Siedlungen weiter zugeparkt werden).

    Keine oder viel zu wenige Parkplätze zu bauen, Ampeln so zu schalten, dass minutenlange Wartezeiten und in Stoßzeiten noch längere Rückstaus entstehen (Abgase?!) und Schein-Radwege, die aus Sicherheitsgründen keiner benutzen will -das hilft niemandem. Wenn, dann muss das Konzept wirklich durchdacht und realistisch sein.

    Das Auto als Verkehrsmittel zu verleugnen ist übertrieben.
    Wenn man das Auto braucht, soll man es nutzen können, ohne absurd große Hürden überwinden zu müssen. Man soll nicht erst 200 m laufen müssen oder nur mit ewigem Einbahn-Kreisen einen Parkplatz finden, das ist kontraproduktiv.

    Nahversorger, eine „echte“ Infrastruktur, offene Bereiche, wo man gerne verweilt und sich gerne Geschäfte ansiedeln. -Das macht auf jeden Fall Sinn und sollte forciert werden. Wenn das Angebot stimmt (und da rede ich nicht vom Telefonshop, Wettpunkt und Solarium-Angebot), sparen sich Anrainer sicher gerne jeden Auto-Weg. (Hier müssen aber auch Maßnahmen getroffen werden, dass sich die passende Infrastruktur ergibt. Die leere Erdgeschoßzonen à la Tokiostr. müssen ja irgendwo herrühren, evtl. in übertrieben hohen Mieten?!)

    Für die Wohnprojekte fände ich den Gedanken, je näher der Alten Donau, desto eher ein Verzicht aufs Auto o.k. Dennoch sollte die Möglichkeit ein Auto zu nutzen (Carsharing) vorhanden sein.

  6. Anonymous

    Liebe Elisabeth

    Danke für Deine in jedem Bereich zutreffenden Darstellung.
    Bei aller Offenheit für Zukunftsperspektiven sollte man nicht das Vorleben der Bevölkerung übergehen. Nicht jeder neue Bewohner möchte seine erworbenen Gewohnheiten aufgeben, als auch dank Zwangsbeglückung seine Fahrzeuge vor Notwendigkeit abzustoßen.
    Somit kann auch ein Volksschüler vorrechnen, daß die ausgegebenen Ziele realitätsfern sind.

    Beispiel: 5000 Wohnungen sind Minimum 15000 Personen welche über Minimum 5000 Fahrzeuge verfügen, die müssen zufahren und abgestellt werden. Es soll auch vorkommen, daß Besucher und Ähnliche die wenigst kurzfristig Möglichkeit der Zufahrt haben sollten.
    Es sollen doch keine Ghettos entstehen.
    = werden 1500 Parkplätze, welche im Übrigen mit nicht unbeträchtlichen Kosten verbunden sind absolut unzureichend sind.

    Weiteres Bespiel: alte Donau ein Kleinod in unserer Zeit, welches wenn nicht schon bis zum Ufer verbaut, elend verkommen und als Spekulationsobjekt verkommen ist. Natürlich ist die Uferpromenade viel zu schmal und für die Anrainer zu wenig erstrebenswert. Auch die derzeit geringe Gastronomie wäre nach einer entsprechend großzügigen Erweiterung der Randbereiche der oberen alten Donau noch wesentlich ausbaufähig. Wie auch immer, was in den nächsten Jahren zu betoniert wird, ist für künftige Generationen verloren.

    Was mich so in letzter Zeit unter dem Titel „Bürgerbeteiligung“ erreicht hat spottet jeder Beschreibung. Soll wohl nur als Freibrief für künftig trotzdem erfolgten Unfug herhalten.

  7. Molly

    @helga: Jaaa, jaaa, jaaa! An der Oberen Alten Donau Autofrei zu kriegen würde ich mir nicht nur wünschen, das WÜNSCHE ich mir. Daß sowas funktioniert, sieht man ja An der Unteren Alten Donau. Niemand würde behaupten, daß die fehlenden Parkplätze vor der Tür schlecht für’s Geschäft der dort angesiedelten Gastronomie wären. Daß A.d.O.A.D. die Gasthäuser reihenweise eingegangen sind, liegt eher an der Macht der Firma Glorit als an der Verkehrsberuhigung.
    @Elisabeth: In der Realität ist viel, viel mehr umsetzbar als man glaubt, sofern man die Auto-Realität nicht als als unveränderbares Naturgesetz hinnimmt. Noch mehr Parkplätze zu bauen und damit noch mehr wertvollen öffentlichen Raum zu vernichten macht es noch attraktiver, sein Auto quasi vor der Haustüre zu ‚verlieren‘. Der Weg zu Öffi und Radl muß kürzer sein als der zum Auto. Es gibt nicht zu wenige Parkplätze sondern zu viele und immer größere Autos. Siehe http://wien.orf.at/news/stories/2682356/ wird das aber auch nur dann thematisiert, wenn es die Autofahrer selbst betrifft.

  8. Constanze

    1) Massive Intervallverkürzung bei der Straßenbahnlinie 25 wird notwendig sein, wenn zu den Stoßzeiten zwischen 7:30 bis 9:00 Uhr und am Abend zwischen 16:00 bis !8:00 Uhr 10.000 Personen transportiert werden sollen. Toll wäre es, wenn auch öffentliche Verkehrsmittel etwas Komfort bieten würden (kein Gedränge am Morgen zB, wo nur noch durch Luftanhalten noch die Türe zugeht). Wichtig wird es auch sein, dass die Einstiegsmöglichkeit bei der Station Prandaugasse dann für die Bewohner*innen der Tokiostraße weiter erhalten bleibt?
    2) Der Kreuzungsbereich Stichstraße Donaufeld – Dückegasse gehört exzellent geregelt, denn sonst droht ein Verkehrschaos, wenn die Straßenbahnen weiter zu den Stoßzeiten bevorrangt bleiben. Auch Fußgänger*innen sollten die Möglichkeit zur raschen Querung haben.
    3) Im neuen Wohngebiet werden viele Radwege angelegt. Hier gehören ausreichende Parkmöglichkeiten für Radfahrer*innen im U-Bahnbereich (Kagran, Floridsdorf) geschaffen. Auch versperrbare Möglichkeiten für Scooter wären toll. Die Situation ist jetzt bereits im Frühjahr-Sommer-Herbst zeitweise schwierig.
    4) An der Einstiegsstelle der Straßenbahnlinie 25 gibt es bei der Station Kagran ein Problem mit der Enge der Aus- und Einstiegsstelle. Wenn Personen mit Kinderwagen oder Rollstuhl aussteigen wollen, gibt es an der viel zu eng angelegten Einstiegsstelle mit den Wartenden immer ein dichtes Gedränge. Diese Situation wird sich durch den Zuzug im Bereich Donaufeld noch verschärfen. Hier gehört der Einstiegsbereich dringend umgestaltet.
    5) Ein Abbiegegebot in der Nebenfahrbahn der Dückegasse ist dringend notwendig um Unfälle zu vermeiden. (Jetzt schießen die Autofahrer gerade durch die Nebenfahrbahn.)
    6) Gute Carsharingmodelle gehören rechtzeitig organisiert und angesiedelt.

  9. Marina

    Hallo allerseits!

    Autofrei in Wien ist auf jeden Fall möglich und wünschenswert. Ich fahre schon jetzt fast überall ohne Auto hin. Auf ein Familienauto verzichten möchte ich trotzdem nicht. So geht es wohl den meisten, die nach Donaufeld neu ziehen wollen. Fazit: die Garage für mindestens 1 Auto/Wohneinheit wird es geben müssen. Ebenfalls für Besucher.

    Für mich die wichtigste Frage zum Thema autofreie Siedlung ist die Frage: wie bekomme ich den Wocheneinkauf in die Wohnung? Sicher nicht mit den Öffis. Was für Lösungen gibt es dafür? Kostengünstiger Zustelldienst? Haltezonen vor den Wohneinheiten zum Entladen? Gratis Elektro-Mietcaddys, die den Einkauf von der Parkgarage nach Hause transportieren? Intelligente Lôsungen sind hier jedenfalls gefragt.

    Eine autofreie Obere Alte Donau nach dem Beispiel der Unteren Alten Donau wäre jedenfalls genial.

    Liebe Grüße,
    Marina

  10. Richard Riss

    Ich finde es extrem wichtig, dass vorrangig die 2 Grüngürtel errichtet werden mit der Möglichkeit, diese auch als Fahrrad-Korridore mit guten Anbindungen darüber hinaus zu nützen. Ich selbst (bzw.wir 3 als Familie) leben am Donaufeld und es lassen sich für uns (fast) alle Wege wunderbar mit dem Rad oder Offi/zu Fuß-mix erledigen. Ein Fahrrad ist ein wunderbarer ‚Packesel‘, mit dem sich auch schwere Dinge transportieren lassen….
    Wenn man so grüne Erholungsbänder durch den Stadtteil hat, kann man sich sicherlich auch viele Fahrten ersparen, um zu Erholungsorten, Laufstrecken, Badeplätzen (Alte Donau),… zu gelangen.

  11. Me

    Radfahren wäre ja eine coole Sache, ABER: Räder werden dauernd geklaut. Meinem Freund sogar aus dem versperrten Fahrradraum unseres Wohnbaus und mir bereits 2x eines ( beide älter als 10 Jahre) an der U Bahn Station Kagran. (In den letzten 4 Jahren!)

    Wenn Wien die Leute zum radfahren motivieren möchte, wäre es schön davon ausgehen zu können dass das Rad noch da ist, wenn man wiederkommt. Wieviele Räder sind beim U1 Lift kagran schon gestohlen worden? Ist hier das Argument ‚Datenschutz‘ noch zu verstehen wenn man die Polizei nach Videoüberwachung fragt?!

    Ich würde sicher noch viel mehr radeln, wenn es hier besseren Schutz gäbe. (Und wäre dann eine Person weniger in der Straßenbahn am Weg zur U).

  12. Angela

    Mehr als 50% der Wiener haben kein Auto mehr – Tendenz steigend. Diese Stadtbewohner wünschen sich Wohnungen, wo sie nicht vom Autolärm geweckt werden oder Unsummen für den Bau und Erhalt von Garagen ausgegeben werden müssen. Sie wollen Wohnungen, wo endlich jede Familie ihren eigenen sicheren Fahrradparkplatz hat und wo Streitereien in überfüllten, schwer zugänglichen Fahrradabstellräumen der Vergangenheit angehören und wo man mit Carsharing-Lösungen den Wocheneinkauf erledigen kann. Wo es wieder größere, begrünte Innenhöfe gibt, anstatt Garagenlüftungsschächte, die Kinder gefährden und den Hof mit Abgasen anreichern. Die endlos lange Warteliste bei der autofreien Siedlung spricht für sich!
    Derzeit ist der Wohnbau auf Autofahrer zugeschnitten. Ein Umdenken zugunsten der Mehrheit ist gefragt!

  13. Stephan Fickl

    Das Donaufeld ist ein für Wien einmaliges Gebiet, direkt an der Alten Donau gelegen, noch weitgehend ohne Autoverkehr. In Zürich wäre das ein Nobelgebiet am Ufer des Zürichsees! Durch die Besiedlung mit geförderten Wohnungen kann eine komplette Gentrifizierung wie sie jetzt schon passiert (Stichwort Glorit) vermieden bzw. vermindert werden.
    Wir müssen uns diese außergewöhnliche Situation immer wieder bewusst machen und daher auch außergewöhnlichen Lösungen anstreben. Mir sind da mobilitätsmäßig vor allem 2 Punkte wichtig:
    1.
    Eine schön gestaltete gute Oberflächenqualität im ganzen Grätzel, die zum Verweilen, zum sich Treffen und zum Spazieren einlädt, in der auch Kinder sich sicher und selbständig bewegen können. Wenn man das will, heißt das:
    a) ein dichtes Netz an Wegen und Plätzen für Fußgänger und Radfahrer.
    b) Ausreichend zusammenhängender, öffentlich nutzbarer Grünraum! Auch an der Alten Donau sollte die Aufenthaltsqualtität verbessert und auf die erhöhte Nutzung ausgerichtet werden.
    c) Kein Durchzugsverkehr, sondern lediglich Zufahrtsverkehr für Autos.
    d) Keine Garageneinfahrt bei jedem Haus, daher Sammelgaragen

    2.
    Sehr gute Zugänglichkeit zur Alten Donau. Alle 50 m sollte es einen Durchgang geben, mindestens aber alle 100m. Derzeit wird dort alles zugebaut. Ich sorge mich sehr, dass dort keine Durchgänge mehr möglich sind. Da sollte jetzt schon Verpflichtungen zum Durchgehenlassen vereinbart werden.

  14. Margrit

    Die Kreuzungen Donaufelderstraße Tokiostraße / Dückegasse sind einfach eine Zumutung. Man wartet (als Fussgänger) ewiglich auf eine Grünphase. Kein Wunder, dass sehr viele dann bei Rot die Straße queren. Die ins Donaufeld ziehen wollen, wie kaufen die Mineralwasser etc., schwere Sachen ein? Mit dem Fahrrad??? D.h. Garagen müssen (!) auch gebaut werden. Und ob der 25er und 26er ausreicht, wenn so viele Leute dort hin ziehen, das glaube ich kaum! Man wird halt zwei bis drei Straßenbahnen fahren lassen, bis man einsteigen kann, sehr erfreulich im Winter, wenn es kalt ist!

  15. Bewohner

    Ich möchte die Gedanken meiner Vorschreiberin Margrit aufgreifen.
    Es ist jetzt bereits in den Stosszeiten ein sehr starkes Verkehrsaufkommen in der Dückegasse/Donaufelderstraße. Wenn hier 10.000 – 12.000 Leute herziehen, wird dies wesentlich verstärkt werden. Ich finde es beinahe naiv zu denken, dass hier nur Öffi-Fahrer herziehen werden. Es gibt genügend Leute, die fahren mit dem Auto trotz sehr guter Offi-Infrastruktur vor der Tür bzw. gibt es genügend Menschen, die mit dem Auto fahren müssen.
    Mich würde es nicht wundern, wenn die Notwendigkeit auftaucht, dass man die Dückegasse vierspurig ausbauen muss … Platz ist ja genug vorhanden, wenn das Donaufeld verbaut wird.

    Zweiter Punkt: Ganz ohne Auto leben zu können wäre natürlich wunderbar.
    Aber wie erledigt man größere regelmäßge Einkäufe (Waschmittel, Mineralwasser, Blumenerde, Möbelhaussachen, …). Ausserdem find ich es absolut nicht praktikabel ein paar 100m von der Wohnung parken zu müssen – die Schlepperei ist nicht gerade angenehm, vielleicht auch gleich mehrmals pro Einkauf, weil man nicht beim ersten Mal alles tragen kann. Man hat was vergessen im Auto/in der Wohnung, kann wieder zurück pilgern …. ich denke, Anhänger dieser Praxis hatten wohl noch nie das Vergnügen.
    Tägliche Wege per Öffis zu erledigen ist ja keine Frage, wenn die Verbindung gut ist, aber Familienausflüge ins Umland, Verwandschaftsbesuche weiter weg oder Urlaubsfahrten (inkl. sperrigem Gepäck) möchte ich sicherlich nicht mit Öffis erledigen.

    Wie verhält es sich, wenn infrastrukturelle Einrichtungen mit dem Auto nicht erreichbar sind, wie es hier dann mal der Fall sein sollte?
    Siedelt sich dann überhaupt ein Lokal an? Siedelt sich dann ein Supermarkt, ein Friseur, ein Blumengeschäft, ein Cafe, eine Pizzeria, eine Apotheke, ein Arzt etc. an, wenn diese Einrichtungen nur von Kunden leben (müssen), die zu Fuß oder öffentlich anreisen, sind das genug Kunden?
    Schule/Kindergarten, der nicht per Auto erreichbar ist? Wie bringen Eltern die Kinder dorthin, die mit dem Auto fahren müssen? Bringen die Kinder öffentlich hin und fahren dann nach Hause, um das Auto zu holen?

    Man muss sehr vorsichtig sein, hier nicht ein infrastrukturloses reines Wohnviertel entstehen zu lassen, wo dann die Fusswege/Radwege durch Häuserschluchten durchführen, die nicht belebt sind. Ehrlich gesagt, trau ich das den sogenannten Stadtplanern nicht zu, wenn man schaut, was in letzter Zeit so passiert ist.

    Es sind gewiss gute Ansätze dabei, aber so mancher Gedankengang ist nicht bis zum Ende durchgedacht.

  16. Andrea Haindl

    Ich finde es zutiefst frustrierend, im welchen Dimensionen öffentlicher Raum Autos ganz selbstverständlich zugestanden wird -planen Stadt- und Verkehrsplaner für Menschen oder für Autos?- sehr zu Lasten von FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen, öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. zu Lasten der Reduzierung öffentlichen Lebensraumes schlechthin.
    Es ist meiner Ansicht nach ein guter Ansatz, Sammelgaragen am Rande der Wohngebiete anzulegen, um Autos aus Wohngebieten weitgehendst herauszuhalten. Der Lebens- und Wohngewinn dadurch ist nicht zu übersehen: kein Lärm und kein Schadstoffausstoß in unmittelbarer Wohnnähe, kein Stress verursacht durch viel Verkehr, Entschleunigung, Raumgewinn als Lebensraumgewinn mit seinen mannigfachen Möglichkeiten der Kommunikation und des Miteinander, ausgestattet mit entsprechender, fußläufiger Nahversorgungsinfrastruktur, sodaß die bisher mit dem Auto getätigten Großeinkäufe nun mit einem Einkaufstrolley problemlos zu erledigen sind.
    Eines ist klar: vor allem die Donaufelderstrasse erlebt tagtäglich in den Stoßzeiten den Verkehrskollaps, die Kapazitäten sind schon längst überschritten – ein Mehr geht nicht mehr!
    Es ist nur wünschenswert, daß in das künftige Donaufeld Menschen ziehen, die in ihrem eigenem Interesse Alternativen zur „Autozentriertheit“ suchen und aufgeschlossen gegenüber neuen Formen der Mobilität sind. Davon würden auch alle AnrainerInnen á la longue profitieren.

  17. Kathi

    Ich denke, dass eine deutliche Kommunikation notwendig sein wird, wenn in diesem Gebiet das Auto nachrangig sein soll. Wie schon viele gepostet haben, wird es genug Familien/Personen geben, die auf das Auto nicht verzichten möchten/können und auch nicht werden. Umso mehr klargemacht wird, dass es in diesem Bereich eine Bevorzugung von Fußgängern/Radfahrern geben wird, desto eher werden sich gleichgesinnte Personen finden (es gibt derer genug!).

    Trotz allem gibt es für mich zwei große Punkte, die im Vorfeld dringend abgeklärt gehören: 1.) eine bessere Lösung der Kreuzung Donaufelderstraße/Dückegasse. Egal welche Art von Fortbewegung (außer Bim) – man wartet ewig und die Autoschlange ist eine Katastrophe! Wenn hier noch mehr Autos unterwegs sind, eskaliert das wirklich.

    2.) Die Straßenbahnlinien gehören BEIDE in kürzerem Intervall geführt. In den Stoßzeiten Wartezeiten von 8-10min sind (für mich) eine Zumutung. Im Moment hat man im Bereich zwischen Floridsdorf und Josef Baumann-Gasse noch zwei Linien zur Verfügung. Wird der 25er dann wirklich ab der Fultonstraße abgeleitet, ist es dann jeweils nur mehr eine Linie.

    Und letztendlich muss ich auch den Vorpostern Recht geben, dass eine gut funktionierende Infrastruktur (Einkaufsmöglichkeiten, Lokale etc.) notwendig ist!

    Auch nach Besorgungen muss das Tragen von Gegenständen (ich denke da zb. an ein 50″ TV-Gerät oder schweren Wocheneinkäufen) vom Auto zur Wohnung irgendwie bewältigt werden können.

  18. Angela

    Zu Punkt 2 von Bewohner:
    Man kann in Wien ohne Auto sehr gut leben. Ich habe seit 10 Jahren kein Auto mehr und seit dem fühle ich mich viel gesünder und bin weniger gestresst. Ich fahre mit dem Fahrrad zur U6 und lese dann gemütlich die Zeitung in der U-Bahn. Das einzige Problem war, mit kleinen Kindern auf dem Fahrrad ohne Radwege zum Kindergarten/ Schule zu kommen, da die Straßen zu gefährlich sind.
    Die Einkaufsgewohnheiten mussten natürlich geändert werden. Wir machen jetzt öfters kleinere Einkäufe am Nachhauseweg. Fast jeden 2. Tag bleibe ich mit dem Fahrrad bei einem kleinen Supermarkt stehen und kaufe nur so viel, wie ich auf den Packelträger bekomme. Ich bin für Obst und Gemüse zuständig und mein Mann für die schweren Sachen, wie Getränke, Milch, Butter etc. Einmal im Monat erledigen wir mit dem Auto meiner Mutter oder car2go den Großeinkauf. Es ist alles eine Frage der Organisation und Arbeitsteilung.
    Bezüglich Deiner genauen Auflistung:
    Waschmittel, Möbelhaussachen und Blumenerde passen auf den Packelträger oder Einkaufstrolly. Größere Möbelstücke werden geliefert oder mit einem Car-sharing-Auto geholt.
    Familienausflüge ins Umfeld und Urlaubsfahrten werden mit der Bahn oder Bus erledigt. Die Kinder fahren viel lieber mit der Bahn als mit dem Auto in den Urlaub. Die Vorteilscard ist sehr günstig und es funktioniert wunderbar, außer man muss am Wochenende ins Waldviertel. Dafür gibt es Car-sharing.
    Ich denke, dass ein autofreier Stadtteil wesentlich belebter ist als ein Auto-Stadtteil (siehe Fußgängerzonen, die förmlich aufblühen oder große Gemeindebausiedlungen der 60er und 70er-Jahre mit weiten Grünflächen, wo man auch nur am Rand parken kann).
    Es gibt so viele Menschen, die schon so lange auf einen autofreien Stadtteil warten und das Donaufeld zwischen U6, U1 und Alter Donau ist wie geschaffen dafür Für Autofahrer gibt es doch genügend andere Stadtentwicklungsgebiete, denke ich.

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